Vom Samen zur Pflanze – Unser Projekt „Die Bohne“

Unser Projekt „Die Bohne“ war nicht nur ein spannendes Naturerlebnis, sondern auch eine ganzheitliche Lernerfahrung für die Kinder. Ein Prozess, den sie über mehrere Wochen begleitet und aktiv mitgestaltet haben.

dreieins Kindertagesstätte Berlin-Kaulsdorf - Das Bohnenprojekt

Einstieg in das Bohnen-Projekt

Zu Beginn unseres neuen Projektes „Die Bohne“ versammelten sich die Kinder gemeinsam mit dem pädagogischen Personal in einem Sitzkreis. In der Mitte lag ein Tablett, auf dem sich Gläser, Erde und Bohnen befanden. Neugierig betrachteten die Kinder die Materialien. „Die Bohne?“ fragten einige erstaunt. Andere Kinder stellten sofort eine Verbindung her und sagten: „Die grünen Bohnen, die wir zum Mittag essen?“ So entstand ein lebendiger Einstieg in das Thema.

Gemeinsamer Austausch zu Beginn

Bereits an dieser Stelle zeigte sich, wie wichtig der gemeinsame Austausch unter den Kindern ist. Einige Kinder wussten schon, dass aus einer Bohne eine Pflanze wachsen kann. Andere hatten bisher noch keine Erfahrungen damit gemacht. Im Kreis konnten die Kinder ihr Vorwissen teilen, Fragen stellen und voneinander lernen. Diese Form der Kommunikation fördert nicht nur die sprachliche Entwicklung, sondern stärkt auch das Selbstbewusstsein. Kinder erleben, dass ihre Gedanken und Erfahrungen wertvoll sind und zum gemeinsamen Lernen beitragen. Gleichzeitig werden sie angeregt, aufmerksam zuzuhören und neue Perspektiven kennenzulernen. Dieser Austausch bildet eine ideale Grundlage für den Einstieg in ein neues Projekt, da er Neugier weckt und alle Kinder aktiv einbindet.

Natur entdecken und erleben

Nachdem die Kinder ihre Ideen und Vermutungen geäußert hatten, erklärte das pädagogische Personal die Materialien auf dem Tablett. Gemeinsam wurde besprochen, was als nächstes passieren sollte. Jedes Kind bekam eine Bohne in die Hand. Die Kinder konnten sie fühlen, genau betrachten und sogar daran riechen. So wurde das Lernen mit allen Sinnen angeregt. Unter Begleitung der Erzieherinnen und Erzieher erhielt jedes Kind ein kleines Glas. Zuerst wurde Erde eingefüllt, die anschließend leicht befeuchtet wurde. Danach schoben die Kinder vorsichtig ihre Bohne etwa zwei Zentimeter tief in die Erde. Zum Abschluss wurde noch einmal behutsam gegossen. Die Gläser wurden auf das Fensterbrett gestellt, damit die Pflanzen genügend Licht bekommen, da Sonne und Helligkeit für das Wachstum sehr wichtig sind. In den folgenden Tagen beobachteten die Kinder gespannt ihre Gläser. Immer wieder hörte man Fragen wie: „Passiert schon etwas?“ oder „Bei wem sieht man zuerst etwas?“ Täglich gossen die Kinder ihre Bohnen vorsichtig und lernten dabei, Verantwortung für ihre Pflanze zu übernehmen.

Da wächst was

Nach etwa zwei Wochen war es endlich so weit. Die ersten kleinen grünen Spitzen durchbrachen die Erde. Die Freude war groß. Schon am nächsten Tag waren die Pflänzchen ein Stück gewachsen. Die Kinder konnten nun täglich beobachten, wie sich ihre Bohnenpflanzen entwickelten. Sie erlebten hautnah, wie aus einem kleinen Samen eine kräftige Pflanze entsteht. Nach einiger Zeit waren die Pflanzen so groß und stabil, dass sie aus den Gläsern in den Garten umziehen konnten. Gemeinsam gingen die Kinder nach draußen, wo bereits große Blumentöpfe vorbereitet waren. Diese wurden mit frischer Erde gefüllt und gut angefeuchtet. Vorsichtig nahmen die Kinder ihre Pflanzen aus den Gläsern. Dabei entdeckten sie die Wurzeln, die sich unter der Erde gebildet hatten. Die Bohne war noch gut zu erkennen und verband die Wurzeln mit dem Pflanzenstiel. Die Kinder beschrieben interessiert, wie die Wurzeln aussahen und tauschten ihre Beobachtungen aus. Anschließend setzten die Kinder ihre Pflanzen in die Töpfe ein, sodass nur der Stiel mit den Blättern herausragte. Um den Pflanzen Halt zu geben, wurden Rankhilfen eingesetzt. Nun können die Bohnenpflanzen im Garten weiter wachsen.

Naturerlebnis und Lernerfahrung

Die Kinder waren sehr stolz darauf, diesen Prozess über mehrere Wochen begleitet und aktiv mitgestaltet zu haben. Am Nachmittag präsentierten sie ihren Eltern voller Freude ihre Pflanzen und erklärten, was sie gelernt und erlebt hatten. Während dieses Projektes konnten die Kinder viele wichtige Fähigkeiten entwickeln. Sie erweiterten ihr Wissen über Natur und Wachstum, stärkten ihre Beobachtungsgabe und lernten, Verantwortung zu übernehmen. Gleichzeitig wurden ihre sprachlichen Kompetenzen gefördert, da sie ihre Erfahrungen ausdrücken und mit anderen teilen konnten. Auch soziale Fähigkeiten wie Rücksichtnahme, Geduld und gemeinsames Handeln wurden gestärkt. Darüber hinaus sammelten die Kinder wertvolle sinnliche Erfahrungen und entwickelten ein Verständnis für natürliche Zusammenhänge. Das Projekt „Die Bohne“ war somit nicht nur ein spannendes Naturerlebnis, sondern auch eine ganzheitliche Lernerfahrung für alle Kinder.