Wenn es draußen kalt, grau und still wird, beginnt für viele heimische Vogelarten eine herausfordernde Zeit. Im Gartenprojekt der dreieins Grundschule Berlin-Pankow haben wir deshalb erneut selbst Vogelfutter gemischt und daraus Meisenknödel gegossen, um die Tiere auf unserem Schulhof aktiv zu unterstützen.
Gemeinsam mischen, lernen und Verantwortung übernehmen
Mit großer Begeisterung haben die Kinder verschiedene Saaten, Sonnenblumenkerne und Körner vorbereitet und sorgfältig miteinander vermengt. Dabei ging es nicht nur um das praktische Arbeiten, sondern auch um Wissen: Welche Vögel leben in unserer Umgebung? Was fressen Meisen, Finken oder Spatzen besonders gern? Und warum ist zusätzliche Nahrung im Winter sinnvoll?
Durch das eigenständige Abmessen, Mischen und Formen der Futterknödel wurde deutlich, wie eng Naturbeobachtung, Umwelterziehung und praktisches Handeln miteinander verbunden sind. Genau dieses erfahrungsorientierte Lernen ist ein wichtiger Bestandteil unseres pädagogischen Konzeptes.
Eine bewusste Materialentscheidung
In diesem Durchgang haben wir ein pflanzliches Fett verwendet, das auch bei leicht wärmeren Temperaturen stabil bleibt. So behalten die Futterknödel länger ihre Form und stehen den Vögeln zuverlässig zur Verfügung.
Bei der Auswahl der Materialien achten wir bewusst auf eine sinnvolle und praktikable Lösung, die sowohl den Bedürfnissen der Tiere als auch den saisonalen Bedingungen entspricht. Dabei verwenden wir zertifizierte Produkte aus verantwortungsvoller Herstellung, um Nachhaltigkeit auch bei der Materialwahl mitzudenken. So verbinden wir praktische Tierhilfe mit einem reflektierten Umgang mit Ressourcen.
Die Kinder erleben dabei, dass ökologische Entscheidungen oft verschiedene Aspekte berücksichtigen und verantwortungsvolles Handeln immer auch bedeutet, genau hinzuschauen.
Futterspiralen mit Regenschutz
Nachdem die Meisenknödel ausgehärtet waren, haben wir unsere Futterspiralen befüllt. Neu in diesem Jahr ist ein kleines Regen und Schneeschutzdach, das wir oberhalb der Futterstellen angebracht haben.
Dieses Schutzdach sorgt dafür, dass das Futter länger trocken bleibt und nicht durch Niederschlag aufweicht. Gerade in wechselhaften Winterphasen ist das ein großer Vorteil. Die Kinder haben dabei gelernt, dass gute Lösungen oft durch Beobachtung entstehen. Was passiert mit offenem Futter bei Regen? Wie können wir es besser schützen?
Anschließend wurden die Futterspiralen gemeinsam in die Bäume auf dem Schulhof gehängt. Schon kurze Zeit später konnten wir erste Vögel beobachten, die die neuen Futterstellen neugierig inspizierten.

Naturpädagogik im Alltag erleben
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltiges Lernen im Schulalltag aussehen kann. Die Kinder übernehmen Verantwortung für ihre Umgebung, erleben Selbstwirksamkeit und entwickeln ein Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge.
Im Sinne des dreieins Konzeptes verbinden wir dabei Handeln, Beobachten und Reflektieren. Die Kinder sehen direkt, welche Wirkung ihr Tun hat. Sie entdecken Vögel, lernen Arten kennen und verstehen ökologische Kreisläufe nicht nur theoretisch, sondern ganz konkret vor der eigenen Schultür.
Besonders wertvoll ist auch der soziale Aspekt. Das gemeinsame Arbeiten stärkt Teamfähigkeit, Geduld und Sorgfalt. Jede Handbewegung trägt zum Ergebnis bei und jedes Kind leistet einen wichtigen Beitrag.
Ein lebendiger Schulhof
Unsere Futterstellen machen den Schulhof in der Winterzeit zu einem lebendigen Lernort. Zwischen Unterricht und Pause werden nun immer wieder Vögel beobachtet. Gespräche entstehen ganz selbstverständlich. Wer war das gerade? Warum pickt der Vogel nur bestimmte Körner?
So wird aus einem einfachen Futterknödel ein Anlass für Neugier, Forschergeist und Naturverbundenheit.
Wir freuen uns, dass wir mit unserem Gartenprojekt nicht nur praktische Hilfe für die Tierwelt leisten, sondern auch wichtige Bildungsimpulse setzen können. Die nächste Futterrunde ist bereits in Planung. Ein großes Dankeschön gilt Herrn Fiedermutz, der das Gartenprojekt mit viel Engagement und Herzblut leitet.